Während der Kriegsjahre erhielt Norwegen umfangreiche humanitäre Hilfe aus Schweden. Die Hilfe umfasste alles von Lebensmitteln bis hin zu Sachgütern, und die Nahrungsmittelhilfe bestand unter anderem aus der äußerst beliebten „schwedischen Suppe“. Im Jahr 1944 wurden über eine Million Suppenportionen an 1.000 Orten im ganzen Land verteilt. Unzählige Lastwagenladungen wurden über die Grenze gefahren und an hungrige Kriegsopfer in Kirchen und Gemeindesälen ausgegeben. Im Frühjahr 1945 waren es bis zu 317.000 Portionen pro Tag.
Schweden nahm zudem etwa 70.000 Flüchtlinge auf. 15.000 von ihnen erhielten eine militärische Ausbildung in den sogenannten „Polizeitruppen“. Diese waren 1945 an der Befreiung beteiligt. Die vielleicht bekannteste Aktion sind jedoch „die weißen Busse“, eine von dem schwedischen Grafen Folke Bernadotte geleitete Aktion zur Rettung von Norwegern und Dänen, die in deutschen Konzentrationslagern inhaftiert waren. Insgesamt wurden 15.000 Menschen gerettet, darunter etwa 8.000 norwegische und dänische Gefangene.
Über Wohltätigkeitsorganisationen wurden beträchtliche Geldsummen gesammelt. Doch erst im August 1942, als die „Svenska Norgehjälpen“ gegründet wurde, nahmen die Spendenaktionen richtig Fahrt auf. Bis Mai 1946 kamen im Rahmen dieser Aktion rund 72 Millionen Kronen für Norwegen zusammen, dazu kamen Sachspenden im Wert von etwa sechs Millionen. Umgerechnet in den heutigen Kronenwert leistete das schwedische Volk Hilfe in Höhe von über 2,5 Milliarden.
Das Staatsgeschenk wird überreicht
Am 9. Mai 1955 wurde das Anwesen feierlich eingeweiht, und in seiner Rede sagte der norwegische Ministerpräsident Einar Gerhardsen Folgendes:
Das norwegische Volk versammelt sich heute, um seinem schwedischen Brudervolk seine tiefste Dankbarkeit für die Hilfe in den schwersten Kriegszeiten und in den folgenden Jahren des Wiederaufbaus auszudrücken. Auf dem Voksenåsen, 500 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, wird heute die schwedische Flagge gehisst und neben der norwegischen auf einem 30.000 Quadratmeter großen Grundstück wehen. An diesem Ort wird ein Zuhause für unsere Nachbarn entstehen. Inmitten üppiger Wälder liegt das Anwesen abseits der ausgetretenen Pfade und doch im Herzen der norwegischen Hauptstadt. Schwedische Frauen und Männer, die in Norwegen leben, werden die norwegische Landschaft und Kultur erleben können. Mit diesem Brief präsentieren wir dem schwedischen Volk das Anwesen Voksenåsen.
An die Jugendlichen
Bei der Eröffnung am 2. Oktober 1960 waren sowohl König Olav V. als auch der schwedische König Gustav VI. Adolf anwesend. Ebenfalls anwesend waren die Ministerpräsidenten beider Länder. In seiner Dankesrede sagte der schwedische Ministerpräsident Tage Erlander:
Voksenåsen, das wir heute einweihen, soll zu einem spirituellen Kraftzentrum werden. Hier wird das Interesse junger Menschen an Norwegen und der norwegischen Kultur geweckt und gefördert. Von hier aus werden vertiefte Kenntnisse und ein erweitertes Verständnis zwischen den Völkern Norwegens und Schwedens ausgehen. Es ist ein vielversprechendes Zeichen für die Zukunft, dass Norwegens Nationalgeschenk darauf abzielt, die kulturelle Zusammenarbeit und den Kontakt mit der Jugend in den Mittelpunkt zu stellen.
Heute ist Voksenåsen von dieser Vision geprägt. Die gemeinnützige Einrichtung konzentriert sich auf das gesellschaftliche Leben, Sprache und Kultur, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf jungen Menschen liegt – durch die „Hågkomstresor“, die „Voksenåsen Musikkakademier“ und die „Nordic Youth Conference for Democracy“.